Am 08.-09.08.2026 gab es auf dem Waldhof in Hanstedt-Ollsen, Lüneburger Heide, zum ersten Mal eine Fortbildung zu den brasilianischen Gangpferden. Die Veranstaltung wurde durch die IGMM organisiert und fand in Kooperation mit der IGV statt. Trainer sowie angehende Trainer konnten eine Zusatzqualifikation der Rasse Mangalarga Marchador erwerben. Gleichzeitig waren die Inhalte für alle MM-Besitzer und Interessierten gedacht, die sich in Theorie- und Praxiseinheiten umfassend über die Rasse informieren wollten. Hauptreferenten waren Kaja Stührenberg (FN-Trainerin A Gangpferde & IGV-Ausbilderin) sowie Annegret Dallmann (MM-Züchterin und „wandelndes MM-Lexikon“, wie sie von den Teilnehmern direkt getauft wurde), so dass geballtes Wissen sowohl über die Zuchtseite, die Geschichte und die Einsatzbereiche als auch über die Trainingsschwerpunkte und Ausbildung der Marchadores vermittelt werden konnte.

14 Pferde von IGMM-Mitgliedern sowie Zuchtpferde vom Cassenshof und Hartungshof wurden vor Ort gezeigt. Die Gangvarianten Marcha Batida, Marcha Picada und Marcha Media waren sowohl in Theorie als auch in Praxis ein immer wieder kehrendes Thema mit vielen Möglichkeiten für Blick- und Hörschulung. Die Teilnehmer der Zusatzqualifikation durften einige der vorgestellten Pferde Probe reiten und sich dabei selbst in die Feinheiten der Gänge einfühlen.


Bei einer Führung auf der seit 28 Jahren bestehenden Zucht vom Cassenshof hatten die Zuschauer die Möglichkeit, sich unter die Zuchtherden zu mischen, die Menschenbezogenheit der Pferde zu genießen und Zuchtziele und -linien am Praxisbeispiel kennenzulernen. Wer mochte, durfte hier einmal ein Pferd „auf brasilianische Art“ probieren – direkt vom Paddock in die Marcha mit Stallhalfter.


Unschlagbar toll haben sich die Pferde selbst präsentiert: Trotz des ungewohnten Publikums, der unbekannten Halle und teilweise des ersten Auswärtsaufenthalts haben sie sich völlig gelassen, interessiert, entspannt und einfach unglaublich sympathisch gezeigt. Ganz typisch Mangalarga Marchador! Besonders war außerdem die angenehme und freundliche Stimmung, die Raum für die Diskussion vieler Fragestellungen ließ sowie der intensive Austausch auch außerhalb des Programms zwischen den Trainern, Züchtern, Haltern, Besitzern und „MM-Neulingen“. Es war ein toller Teilnehmerkreis mit lauter netten Leuten, die interessiert waren, sich mitgefreut und beteiligt haben sowie mit Probereitern, die einfühlsam und respektvoll mit den Pferden umgegangen sind.
(Text: Kirsten Bilen)
